Dein innerer Kleiderschrank: Wie deine innere Auswahl deine Reaktionen im Alltag beeinflusst

Stell dir vor, dein Inneres ist wie ein Kleiderschrank, in dem sich eine Menge unterschiedlicher Kleidungsstile für diverse Anlässe befinden. Manche dieser Teile sitzen perfekt. Andere wiederum zwicken. Einen Teil ziehst du täglich an, andere liegen oder hängen unbeachtet da.

Genauso wie Kleidung dein äußeres Erscheinungsbild verändert, beeinflusst deine innere Kleidung, wie du auf Alltagssituationen reagierst. Denn jedes dieser Kleidungsstück steht sinnbildlich für ein Gefühl, eine Einstellung, ein Muster oder einen Wert, den du tief in Dir trägst.

In deinem inneren Kleiderschrank findest Du verschiedene Arten von Kleidungsstücken:

  • Bewährte Klassiker: Verhaltensweisen, die zuverlässig funktionieren. Vielleicht sind das dein Perfektionismus bei Präsentationen oder dein Durchhaltevermögen bei Projekten.
  • Trendteile: Neue Glaubenssätze oder Ansätze, die Du gehört, erfahren oder gelernt hast, und nun ausprobierst. Sie fühlen sich manchmal unbequem an, aber sie bringen frischen Wind in verfahrene Wege.
  • Alte Lieblingsstücke: Prägungen aus Kindheit, alten Jobs oder früheren Beziehungen. Sie sitzen vertraut und fühlen sich nach Dir an. Sie können aber unbewusst Reaktionen triggern.
  • Ungetragene Stücke: Potenziale, Werte oder Emotionen, die du bisher ignoriert oder unterdrückt hast. Sie sind bereits präsent da, aber bisher hast Du noch nicht gelernt, sie bewusst anzuziehen.

Jeden Tag wählst du unbewusst, welches Kleidungsstück Du anziehst. Dies wird, wie die reale Kleiderauswahl, je nach Situation, Stimmung oder Umfeld variieren.

Heute ziehst du vielleicht den „Hoodie der Sicherheit“ an, damit Du deinen Perfektionismus und die gewünschte Kontrolle fest im Griff hast. Morgen ist es dann der Mantel der Gelassenheit, der Dir Vertrauen, Abgrenzung und innere Ruhe schenkt. Und an manchen Tagen kombinierst Du mehrere Teile, bspw. ein wenig Vorsicht mit etwas Selbstbewusstsein und einen Schuss Humor.

Deine (unbewusste) Wahl bestimmt dein körperliches und emotionales Befinden. So kann ein eng sitzendes, unbequeme Stück Spannung, Unruhe oder Stress in Dir erzeugen. Wohingegen Du dich durch locker sitzende und angenehme Kleidung befreit, klar und ganz bei Dir fühlen kannst.

Deine innere Kleidung beeinflusst direkt deine Reaktionen. Denn:

  • Der eng geschnürte Klassiker Perfektionismus führt vielleicht zu Überkontrolle in Meetings oder starker Selbstkritik.
  • Der weiche Pullover Gelassenheit erlaubt es Dir, Kritik ruhig aufzunehmen und andere Sichtweisen zuzulassen.
  • Die ungetragene Jacke Selbstwertgefühl könnte in Konfliktsituationen plötzlich auftauchen, wodurch Du dich gestärkt fühlst und Grenzen ohne Schuldgefühle setzen kannst.

Mit der bewussten Auswahl deiner inneren Kleidung hast du also die Möglichkeit, Reaktionen zu steuern, statt automatisch in alte Muster zu fallen.

  1. Erstelle ein Inventar
    Schau in Deinen inneren Kleiderschrank: Welche Muster trägst du häufig? Welche Emotionen oder Glaubenssätze liegen seit langer Zeit unbenutzt da?
  2. Gleiche Situation und „Outfit“ ab
    Welches innere Stück passt zu dieser konkreten Situation? Denn jede Situation verlangt eine anderes Erscheidungsbild.
  3. Probiere neue Stücke aus
    Teste bewusst ungenutzte Fähigkeiten, Werte oder Emotionen aus. Versuche Dich bspw. in Mut, wo Du sonst eher ausweichst, in Selbstfürsorge, wo du dich sonst unterordnest.
  4. Reflektiere
    Frage Dich nach der Situation: Wie hat das gewählte „Outfit“ auf dich und andere gewirkt? Was hat sich für Dich stimmig angefühlt und was nicht?
  5. Passe kontinuierlich an
    Dein innerer Kleiderschrank kann sich dank Neuroplastizität stetig verändern und wachsen. Ein bewusstes Umlernen hilft Dir, dich immer klarer für die innere Kleidung zu entscheiden, die dich jeden Tag immer mehr stärkt und handlungsfähig macht.

Du hast ein wichtiges Meeting. Normalerweise zieht dein Hemd der Perfektion die Kontrolle an. Dadurch bist du angespannt, achtest auf jedes Detail und reagierst extrem schnell gereizt, wenn andere dazwischenreden.

Heute entscheidest du dich aber bewusst für den Cardigan der Gelassenheit. Dadurch atmest Du entspannt, und nimmst die Körpersprache der Kolleg:innen wahr und reagierst souverän darauf. Die Kontrolle liegt nicht mehr außerhalb deines Spielraumes, sondern bei und in Dir selbst. Deine innere Freiheit erlaubt konstruktive Diskussion statt zerfleischende Selbstzweifel.

Dein innerer Kleiderschrank ist ein mächtiges Werkzeug. Er zeigt genau auf, welche (unbewussten) Werte, Gefühle und Glaubenssätze Dich täglich prägen und teiben.
Eine bewusste Auswahl der inneren Kleidung stärkt dahingegen Deine Selbstwirksamkeit, innere Klarheit und Reaktionsfähigkeit in allen Lebensbereichen.

Wenn Du lernen möchtest, deinen inneren Kleiderschrank zu erkunden, zu ordnen und deine Outfits bewusst zur Situation zu wählen, begleite ich Dich gerne.